Kreisoberliga:
VfB Weißwasser 1909 – NFV Gelb-Weiß Görlitz 09 II. 1:0 (1:0)

 

Regel(ge)recht um den Punkt gebracht

Was wurde in den letzten Tagen nach dem Spiel in Oderwitz, das man am Ende mit neun zu null verloren hatte, nicht alles über die zweite Mannschaft unserer Gelb-Weißen gesagt oder geschrieben.

“Was bilden die sich eigentlich ein?”, “Da kann doch jeder auflaufen” oder “Was soll das?” waren und sind nur ein paar harmlose Beispiele dessen, was Einzelne als Wertung abgaben.
“Jetzt kriegen sie jede Woche ‘ne Packung…”, wusste man zu berichten.

Dass an jenem Spieltag die Personaldecke aus den unterschiedlichsten Gründen besonders eng gestrickt, und die Mannen um Trainer Alex Varga, dankenswerterweise unterstützt durch mehrere Spieler aus den Reihen der “Alten Herren”, sicher nicht den besten Fußballtag erlebt hatten, sich aber dennoch nie aufgegeben und am Ende mit 2-3 Toren zu hoch verloren hatten, das hatte wohl keiner betrachtet, und schon gar nicht live vor Ort.

Denn schon dort hätte man sehen können, dass in Einzelnen trotz Trainingsrückständen und anderer auftretender Probleme, weit mehr Potenzial und Energie steckt, als an jenem Samstagnachmittag in Oderwitz abrufbar war.

Und genau das zeigte sich an diesem Samstag, wo es zum Tabellenführer nach Weißwasser ging.

Dass die Aufgabe nicht leichter werden sollte, das war wohl allen klar. Und dass man nicht noch einmal so unter die Räder kommen wollte, wohl mindestens genauso. So kam es dann auch nicht, dass sei schon mal verraten.

Im Vergleich zur Vorwoche hatte sich die Spielerdecke auch schon wieder ein wenig verändert. Mit Zech im Tor, Varga im Abwehrverbund und Exner als Ersatzspieler auf der Bank waren diesmal nur 3 Mannen aus den Reihen der “Alten Herren” mit in die Glasmacherstadt gereist. Mit Dawid Borkowski (A-Jugend) und Rico Franke (Neuzugang) konnte man zwei neue Gesichter in unseren Reihen sehen. Beide spielten eine souveräne Partie.

Die Aufstellung war insgesamt recht defensiv ausgelegt, galt es doch sich so gut zu verkaufen wie nur irgend möglich.

Gleich in der 3. Minute musste sich Zech im Kasten der Görlitzer behaupten, als er nach einer Ecke einen aus Nahdistanz kommenden Kopfball auf der Linie gerade noch zu fassen bekam. Kurz darauf kommt Weißwasser durch Pohling noch einmal gefährlich nah vor dem Kasten zum Abschluss. Seine Direktabnahme zischt aber knapp links am Gehäuse vorbei.

In der 15. Minute ist es Suchomski der sich auf der rechten Seite gut durchsetzt und eine gut getimte Flanke in den Strafraum bringt. Gastgeberkeeper Wetzke ist aber Sieger im anschließenden Luftduell.

Eben jener Wetzke ist es auch der schon kurz später durch unseren A-Jugend Spieler Borkowski geprüft wird. Borkowski wird zentral steil geschickt, setzt sich gegen 2 Gegenspieler durch und zieht aus 12m ab. Wetzke bekommt die Kugel auf der Linie gerade so zu fassen. Auch in den folgenden Minuten hatte Wetzke noch einmal zu tun. Erst fischt er einen hohen Ball nur Zentimeter vor dem einköpfbereiten Franke aus der Luft, im nächsten Angriff der Görlitzer hat er den Ball erst im Nachfassen sicher, nachdem Schulze aus dem Zentrum abgezogen hatte.

Im weiteren Verlauf ging es munter hin und her.

Zech pariert einen Freistoß, Schulze verpasst eine flache Eingabe von Franke freistehend nur knapp. Auf der anderen Seite ist es wieder Zech der Kopf und Kragen riskiert als der herannahende Beil, nach zwei Stafetten frei auf ihn zueilte, am Ende aber am Keeper scheitert.

Dann folgten die am Ende spielentscheidenden Minuten:

Zech eilt aus dem Kasten und erwischt wohl mit der Hand, schon am Boden liegend, den nahenden Stürmer. Gelbe Karte und Elfmeter.
Weißwasser möchte Wechseln, Schiedsrichter Dilmaghani gibt Assistent Gahner die Freigabe. Zurück geht es zum Elfmeterpunkt, Dilmaghani gibt den Elfmeter frei, Beil tritt an und verzieht deutlich rechts drüber. Doch was dann passierte hatte wohl so noch keiner erlebt. Gahner gab Dilmaghani ein Zeichen, aber nicht etwa von der Grundlinie aus, sondern von der Mittellinie. Wechsel nicht abgeschlossen. Nun wechselte Weißwasser und der Elfmeter wurde wiederholt. Diesmal trat Buder an und verwandelt rechts unten.

Etwas ratlos stand man nun da. War es doch ein grober Fehler des Schiedsrichters, der am Ende zu einer Wiederholung des Elfmeters und so zum Gegentor führte.

Mit dieser äußerst glücklichen Führung für die Gastgeber ging es in die Halbzeit.

Hälfte zwei begann ruhig. Die erste Chance dann in der 50. Minute als ein Kopfball nur knapp über Zech’s Kasten zischt.
Auf der anderen Seite ist es Suchomski, der sich schön gegen drei Gegenspieler durchsetzt und in die Mitte auf Schulze spielt. Dieser verpasst das Zuspiel jedoch denkbar knapp. Mindestens genauso knapp eine Abseitsentscheidung nur Sekunden später, als Schulze nach einem steil gespielten Ball zurückgepfiffen wird.

In den folgenden Minuten ist es der gelb-weiße Abwehrverbund der sich bewähren muss. Horschke klärt nach einem Freistoß, Markus nach einer Ecke.

In der 60. Minute ist es Varga der sich mit einem Freistoß aus aussichtsreicher Position versucht, jedoch verzieht.

Zittern in der 63. Minute. Garbe spielt einen Rückpass auf Zech, der schnell schaltende Brückner spritzt dazwischen und geht allein auf Keeper Zech zu. Dieser schaut sich Brückner aus und fasst an der Strafraumgrenze souverän zu.

Die folgenden Minuten wieder ein hin und her.

Wetzke ist Sieger vor dem nahenden Varga, Zech fischt sich einen lang gespielten Ball vor dem nahenden Stürmer, die Gastgeber verziehen einen Schuss aus 20m deutlich drüber.

Nach einem Luftduell im Angriff prallen zwei VfB Spieler in der Luft mit den Köpfen zusammen, nach kurzer Behandlungspause geht es aber für beide weiter.

Nachdem Zech noch in der 79.ten ein Ball zur Ecke durch die Hände rutscht, macht er es nur eine Minute später wieder gut.
Ein Schuss aus 25m liegt flatternd in der Luft, Zech streckt sich und fischt die Kugel aus dem Angel. Der hätte wohl genau gesessen.

Weißwasser kommt noch einmal zu einer Doppelchance.
Aus 15m zieht man knapp drüber, und Pötzsch scheitert, als sein Schuss von der linken Seite nur knapp am langen Pfosten vorbeigeht.

Pötzsch ist es dann auch, der den letzten Angriff abschließt. Aus Nahdistanz abgezogen, fliegt der Ball nur knapp links am Görlitzer Gehäuse vorbei.

Dann war Schluss.

Die Gelb-Weißen hatten sich achtbar geschlagen. Am Ende verliert man durch einen, nach einem Schiedsrichterfehler, wiederholten Elfmeter.
Zumindest ein Punkt wäre verdient und möglich gewesen.
Die Mannschaft hat gezeigt was in ihr steckt und wird genauso motiviert in die kommenden Partien gehen. Nach diesem Spiel ist da niemandem Bange.
Weißwasser: Wetzke, Balko, Brückner (89.min O.Tzschacksch), Robel, Kraatz (34.min Radestock), Pohling, Beil (49.min M. Tzschacksch) Pötzsch, Seeber, Bens, Buder

NFV: Zech, Simon, Horschke, Varga, Garbe, Suchomski, Markus, Hildebrand, Franke, Borkowski, Schulze (68.min Gabriel)

Tore: 1:0 Buder (FE/36.min)

Gelb: -/Zech

Zuschauer: 116

Schiri: Amir Dilmaghani

 

Die nächste Partie:

NFV Gelb-Weiß Görlitz II. – FSV Oppach
Sa.,11.03.2017, 15:00 Uhr – Stadion Junge Welt

B.Bley